Angst bei Krebs Der Umgang mit der Angst
Angst vor Krebs als normale
Reaktion des Körpers Die Angstreaktion in Gefahrensituationen ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt Manche Menschen haben zuwenig Angst (vgl. Grimms Märchen „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“). Andere haben bereits im Alltag einen erhöhten Angst pegel. In Belastungssituationen kann dann aus einer gesunden Angst eine lähmende Angst werden und es kann eine Angst störung entstehen. Angst symptome sind häufig und oft auf bestimmte Situationen bezogen (enge Räume, Fliegen, Tunnel, Spinnen, Schlangen etc.). Wenn diese Störungen länger bestehen, kann es auch sein, dass das Gefühl der Angst nicht mehr wahrgenommen wird, sondern nur noch die Symptome der Angst wie Herzjagen, Herzbeklemmung, Schwindel, wackelige Knie, Übelkeit, Kälte- oder Hitzegefühl. Wenn die Angst das Leben zu stark beeinträchtigt Sollte das Leben durch Angst oder Angstsymptome erheblich eingeschränkt sein, dann ist eine psychologische Verhaltenstherapie zur Beseitigung der Angst symptome hilfreich. Dabei werden übende Verfahren eingesetzt und der Betroffene langsam an seine Angst herangeführt. Er lernt, sich der Angst und ihren Symptomen so lange auszusetzen bis die Symptome nachlassen. Auch eine Krebskrankheit ist in der Regel mit dem Auftreten von starken Ängsten verbunden, insbesondere in der Phase der Diagnosestellung und bei einem Rückfall. Dabei kann die Angst durchaus– wie oben erläutert - von Nutzen sein: Sie kann einen dazu bringen, auf Beschwerden zu reagieren und diese durch Ärzte abklären zu lassen. Sie kann helfen, auch unangenehme Therapien durchzustehen und mit dem Körper behutsam umzugehen. Auch wenn ein Betroffener schon lange als geheilt gilt, kann es – manchmal phasenweise und insbesondere nachts - vorkommen, dass starke Ängste auftreten. Was Angst einflössend wirkt, kann unterschiedlich sein: Schmerzen, Qualen, Verluste, Veränderungen, Abhängigkeit, Hilflosigkeit, Einsamkeit, der Tod im engeren Sinne, das Unbekannte. Es kann sinnvoll sein, zu überlegen, worauf sich die Angst am stärksten bezieht, um hier ggf. Abhilfe zu schaffen. So können z.B. Informationen dazu beitragen, Unsicherheit abzubauen. Auch Hoffnung ist ein starkes Angst abbauendes Mittel. Dabei kommt es nicht sosehr darauf an, wie realistisch die Hoffnung ist. Träume, Phantasiewelten und Alternative Behandlungsstrategien können in diesem Zusammenhang Schutzräume darstellen, um das Hier und Jetzt zu bewältigen. Manche Betroffene „wählen“ (unbewusst) Verdrängungsstrategien, um die Angst erträglicher zu machen. Vielen Betroffenen gelingt es dabei erstaunlich gut, dennoch alles Nötige zu regeln. Aber auch wer nicht zu Verdrängung neigt, sondern die Angst bewusst zulässt und versucht, sie dosiert auszuhalten, kann dadurch Ängste abbauen. Die Angst wird kleiner, wenn wir „ihr ins Auge sehen“. Günstig ist es, wenn Angehörige oder Freunde zur Verfügung stehen, die Ruhe und Zuversicht ausstrahlen und dazu bereit sind, Ängste mit auszuhalten. Selbstverständlich ist es auch nützlich, Entspannungsverfahren und Ablenkungsstrategien zu beherrschen. Wem es nicht gelingt, allein oder zusammen mit nicht-beruflichen Helfern Ängste abzubauen, sollte sich nicht davor scheuen, professionellen Rat, z. B. in einer Beratungsstelle oder bei einem Psychoonkologen, einzuholen (Beratungsstellen siehe www.krebsinformation.de, Psychoonkologen siehe www.dapo-ev.de).Literaturempfehlung: Ines von Witzleben, Aljoscha A. Schwarz: „Endlich frei von Angst“, Gräfe und Unzer Verlag 2004 Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit Dr. med. Peter Zürner
[Anmerkung: Die DLH will mit Hilfe ihrer regionalen
Mitgliedsgruppen erreichen, dass Angebote zur psychoonkologischen Unterstützung
– wie sie bereits für Kinder selbstverständlich sind – auch im
Erwachsenenbereich regelhaft und flächendeckend angeboten werden.]
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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